Alpträume plagten mich und als ich erwachte war ich schweißgebadet. Die Nachwirkungen der Halluzinogene die ich genommen habe. Ich kenne die Auswirkungen nur zu gut. Das ist auch eine der Gründe, warum ich immer mehrere Tage auf Andsforladt bleibe.

Tee und Sandwich standen auf dem Nachtisch neben meinem Bett. Joseph hatte mich in mein Zimmer gebracht, mich ausgezogen, bis auf die Unterwäsche. Ich spürte die Röte in mir aufsteigen, doch dann sah ich, dass über dem Stuhl mein Kleid hing und voller Dreck, nicht mehr weiß sondern braun.

Mein Kopf war immer noch vernebelt, nur ab und zu schossen Erinnerungen der letzten Nacht in mein Bewusstsein hoch.

Doch nun sehe ich vieles klarer. Alles fügt sich zusammen und ich erkenne den Sinn hinter dem, was mir das Orakel versucht hat zu sagen. Doch ich bin in einem Gewissenskonflikt. Wenn ich alles ungefiltert und wahrheitsgemäß an meine Stammesältesten weitergebe, werden sie kommen und ein Krieg wird beginnen, der grausam sein und viele Tote fordern wird. Ich habe Menschen und Wesen dieser Insel gesehen, die auf dem Schlachtfeld sterben werden, je nachdem welche Entscheidung ich treffe. Blut, Schreie, Gewalt, Hass. All das wird kommen. Und es liegt in meiner Verantwortung zu entscheiden, wer als Sieger aus diesem Krieg hervorgehen darf. Das was nun auf meinen Schultern lastet, macht mich wahnsinnig. Was ist richtig, was ist falsch? Ich weiß es nicht, und es gibt keinen mit dem ich darüber reden kann. Und sie werden mir auch nicht viel Zeit lassen, die richtige Entscheidung zu treffen. Bald werden sie von mir wissen wollen, was ich gesehen habe. Lüge ich mein Volk an oder lasse ich die Menschen von Elmarsrog in ihr verderben rennen? Menschen die ich nach all den Jahren liebgewonnen habe und die mehr meine Familie sind, als mein eigenes Volk. Egal was ich tue, ich werde immer jemanden belügen müssen. Ich werde den Tod bringen, unabhängig davon wie ich mich entscheide.

Die Einzige, die alles richten kann ist und bleibt Alda, doch wird sie es schaffen? Wird sie stark genug sein?

Ich muss schnell eine Lösung finden. Sechsunddreißig Stunden bleiben mir, dann muss ich einen Weg gehen, bis zum bitteren Ende. Ich wünschte ich hätte Hilfe, würde nicht alleine gehen müssen.

Rational denken, stark sein, keine Gefühle zulassen, dass ist es was man mich gelehrt hat, doch die Zeit auf dieser Insel hat mich schwach gemacht.

2 Antworten
  1. Gina Lupa
    Gina Lupa says:

    Ich bin so gespannt, wie es weiter geht. Egal, wie sie sich entscheidet, es wird immer Verlierer geben. Oder findet sie einen Mittelweg?

    • Loreley Hampton
      Loreley Hampton says:

      Hallo liebe Gina!

      ach das freut mich aber sehr, dass Du es auch liest. Ja das wird natürlich nicht verraten ;o) Ich bin selber gespannt, wie es weitergeht denn ich habe es noch nicht geschrieben :o))))Diese Tagebuch, wird von mir auch genau wie eines geschrieben, also jeder Eintrag für sich. Ich hoffe, dass es sich so entwickelt, dass es Dir auch weiterhin gefällt :o) Ganz lieben Gruß Loreley

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